Über diesen Blog

Das Wort Kramuri, das sich aus dem Wort Kram, das im Mittelalter das Zeltdach bezeichnete, welches qualitativ hochwertige Ware schützte, und der rumänischen Pluralendung -uri zusammensetzt, erhielt erst im Laufe des 18. Jahrhunderts eine negative Konnotation. So bietet es sich an, die lateinische Neutrum-Endung -um anzuhängen, um das in Verruf geratene vermeintliche Kramuri wieder humanistisch aufzuwerten.

Die Fundstücke aus zehn niederösterreichischen Stadtmuseen[1], die ich in diesem Blog vorstelle, mögen auf den ersten Blick als Kramuri abgetan werden. Doch trotz der Tatsache, dass ihnen eine gewisse Skurrilität gemeinsam ist, eignen sie sich in meinen Augen hervorragend dazu, Protagonisten einer vielfältigen Mikrogeschichte im Sinne Carlo Ginzburgs[2] zu sein: Ausgehend von einem Artefakt wird dessen Geschichte in einem größeren geschichtlichen und – nach Möglichkeit – soziopolitischen Zusammenhang dargestellt. Mögen die städtischen, regionalen oder auch nationalen Mythen des langen 19. Jahrhunderts in Niederösterreich entblättert – oder auch gebildet werden.

Die Idee zu diesem Blog verdanke ich meiner Mitarbeit im Projekt „MuseumsMenschen“, das von Anja Grebe, Donau-Universität Krems, Projektleiterin, und Ulrike Vitovec, Museumsmanagement Niederösterreich initiiert worden ist und das die Gründungsgeschichte niederösterreichischer Stadtmuseen im 19. Jahrhundert zum Inhalt hat. Im Rahmen dieses Projektes nehme ich seit März 2018 Sammlungsbestände und Unterlagen zur Gründungsgeschichte dieser Museen auf. Die feuilletonistischen Exzerpte dieses Blogs sind ein eigenständiges Nebenprodukt meiner Forschungstätigkeit. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht nur bei Anja Grebe und Ulrike Vitovec, sondern ebenso bei den Leiterinnen und Leitern sowie den Mitarbeitern der niederösterreichischen Stadtmuseen und Stadtarchive herzlich für ihre Unterstützung bedanken.


[1] Das Krahuletz-Museum in Eggenburg, das Rollettmuseum in Baden, die Stadtmuseen Korneuburg, Krems, Melk, Retz, St. Pölten, Wiener Neustadt, Zwettl und das Zeitbrücke Museum in Gars am Kamp.

[2] Italienischer Historiker und Kulturwissenschaftler, einer der Protagonisten der Mikrogeschichte; vgl. z. B. Carlo Ginzburg, Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600 (Frankfurt am Main, 1979).